Der Sommer steht für Urlaub, Reisen und Erholung. Während jedoch Millionen von Menschen ihre Ferien planen, nutzen Cyberkriminelle diese Zeit, um immer raffiniertere Betrugsmaschen zu starten.
In den Sommermonaten nimmt die Zahl der Betrugsfälle im Zusammenhang mit Hotel- und Ferienunterkünften, Transportbuchungen, Online-Zahlungen und gefälschten Nachrichten deutlich zu. Ziel dieser Angriffe ist es, Nutzer zur Preisgabe ihrer persönlichen oder finanziellen Daten zu verleiten.
Die häufigsten Bedrohungen zu kennen, ist der erste Schritt, um sich davor zu schützen.
1. Smishing: Betrug per SMS
Smishing ist eine Form des Phishings, die über SMS-Nachrichten erfolgt. Cyberkriminelle geben sich dabei als Paketdienste, Banken, Behörden oder Reiseveranstalter aus.
Zu den häufigsten Nachrichten gehören:
- „Ihr Paket konnte nicht zugestellt werden.“
- „Bitte bestätigen Sie Ihre Buchung, bevor sie storniert wird.“
- „Auf Ihrem Konto wurde eine verdächtige Transaktion festgestellt.“
- „Sie müssen einen kleinen Betrag bezahlen, um die Lieferung abzuschließen.“
Alle diese Nachrichten enthalten einen Link zu einer gefälschten Website, die darauf ausgelegt ist, Zugangsdaten, Bankinformationen zu stehlen oder Schadsoftware auf dem Gerät zu installieren.
So schützen Sie sich
- Klicken Sie nicht auf Links in SMS, wenn Sie die Nachricht nicht erwartet haben.
- Überprüfen Sie stets den Absender.
- Rufen Sie die offizielle Website auf, indem Sie die Internetadresse selbst in Ihren Browser eingeben.
- Kontaktieren Sie das Unternehmen im Zweifelsfall direkt über die offiziellen Kontaktwege.
2. Quishing: Die Gefahr gefälschter QR-Codes
QR-Codes gehören mittlerweile zum Alltag. Wir nutzen sie, um Speisekarten aufzurufen, Parkgebühren zu bezahlen, touristische Informationen abzurufen oder Zahlungen vorzunehmen.
Gerade wegen ihrer weiten Verbreitung setzen Cyberkriminelle QR-Codes zunehmend für Betrugsversuche ein. Diese Methode wird als Quishing (QR + Phishing) bezeichnet.
Häufig ersetzen Betrüger den echten QR-Code durch einen gefälschten, der auf eine betrügerische Website weiterleitet.
Der Nutzer glaubt, eine legitime Zahlung vorzunehmen oder einen offiziellen Dienst zu nutzen, übermittelt jedoch in Wirklichkeit seine Daten an Kriminelle.
So vermeiden Sie diesen Betrug
- Prüfen Sie, ob der QR-Code möglicherweise über einen anderen geklebt wurde.
- Kontrollieren Sie die Webadresse, bevor Sie persönliche Daten eingeben.
- Laden Sie keine Apps über unbekannte QR-Codes herunter.
- Stellen Sie bei Online-Zahlungen sicher, dass die Website mit https:// beginnt und tatsächlich zum entsprechenden Unternehmen gehört.
3. Gefälschte Ferienunterkünfte
Auch Urlaubsbuchungen gehören zu den bevorzugten Zielen von Betrügern.
Sie erstellen besonders attraktive Anzeigen mit echten Fotos von anderen Webseiten, bieten Preise weit unter dem Marktwert an und locken mit scheinbar unschlagbaren Angeboten.
Nachdem das Opfer eine Überweisung oder Vorauszahlung geleistet hat, stellt sich heraus, dass die Unterkunft nie existiert hat oder der angebliche Vermieter gar nicht existiert.
Warnsignale
- Ungewöhnlich niedrige Preise.
- Aufforderung zur Zahlung per Banküberweisung oder über andere direkte Zahlungsmethoden außerhalb der Buchungsplattform.
- Zeitdruck mit Aussagen wie „Es gibt viele weitere Interessenten.“
- Weigerung, einen Videoanruf durchzuführen oder Unterlagen zur Unterkunft vorzulegen.
- Fotos, die ungewöhnlich perfekt wirken oder aus anderen Anzeigen kopiert wurden.
So buchen Sie sicher
- Nutzen Sie bekannte und vertrauenswürdige Buchungsplattformen.
- Lesen Sie Bewertungen anderer Reisender.
- Überprüfen Sie den Standort der Unterkunft in Google Maps.
- Seien Sie vorsichtig bei Angeboten, die zu gut erscheinen, um wahr zu sein.
- Zahlen Sie niemals außerhalb der offiziellen Buchungsplattform.
Allgemeine Tipps zum Schutz vor Cyberbetrug im Sommer
Die meisten dieser Betrugsversuche verfolgen dasselbe Ziel: Sie sollen schnell handeln, ohne nachzudenken.
So verringern Sie Ihr Risiko:
- Halten Sie das Betriebssystem all Ihrer Geräte stets aktuell.
- Aktivieren Sie nach Möglichkeit die Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA).
- Verwenden Sie starke und einzigartige Passwörter.
- Nutzen Sie niemals dasselbe Passwort für mehrere Dienste.
- Installieren Sie Apps ausschließlich aus offiziellen App-Stores.
- Kontrollieren Sie regelmäßig Ihre Kontoauszüge und Bankbewegungen.
- Seien Sie misstrauisch gegenüber Nachrichten, die Dringlichkeit oder Angst erzeugen.
Die beste Verteidigung ist nach wie vor Prävention
Cyberkriminelle nutzen jede Gelegenheit, um Nutzer zu täuschen – und der Sommer gehört zu den Zeiten mit den meisten Betrugskampagnen.
Schon wenige Sekunden, um einen Link zu überprüfen, eine Buchung zu verifizieren oder einen QR-Code genauer anzusehen, können finanzielle Verluste, den Diebstahl persönlicher Daten oder sogar Identitätsdiebstahl verhindern.
Im Bereich der Cybersicherheit bleibt Prävention die wirksamste Schutzmaßnahme.